Warum möchte China das Bitcoin-Mining verbieten, was ist ein Bitcoin eigentlich wert und wie sieht die Zukunft des Bitcoins aus?

Um all das dreht es sich in diesem Beitrag.

Bitcoin Mining als Ursache

Bitcoin Mining bezeichnet das validieren von Bitcoin-Transaktionen und das Schaffen von neuen Blöcken für die Blockchain – im Mittel circa alle 10 Minuten.

Das Mining ist für die Aufrechterhaltung der Blockchain enorm wichtig. Für jeden Miner, der erfolgreich einen Block erstellt winken als Belohnung aktuell 12,5 Bitcoins + die Transaktionsgebühren. Bei den aktuellen Preisen also einiges an Geld. Der Schwierigkeitsgrad solche Blöcke zu erstellen, wird in regelmäßigen Abständen nach oben angepasst, damit im Mittel alle 10 Minuten ein neuer Block erzeugt wird. Die Miner benötigen also immer leistungsfähigere Hardware um einen Block zu erzeugen und somit alle Transaktionen in die Blockchain zu „verketten“.

Problematisch ist allerdings der Stromverbrauch der erforderlich ist, um alle notwendigen Rechenoperationen durchzuführen. Aktuell wird geschätzt, dass der Verbrauch circa 29 TWh pro Jahr entspricht. Zum Vergleich: Irland verbraucht in etwa 25 TWh.

Die meisten dieser Miner, aktuell circa 2/3, stammen aus dem asiatischen Raum und dort kamen nun ernsthafte Bedenken bezüglich einer Beeinträchtigung der Stromversorgung auf. Die chinesische Regierung möchte das Bitcoin Mining nun komplett verbieten und die Regierung Südkoreas bereitet einen Gesetzesentwurf vor, der den Handel mit Kryptowährungen verbieten soll.

Wie groß sind die Probleme ohne das Mining?

Die Blockchain würde auch ohne die 2/3 der Miner weiter funktionieren. Dies ist dadurch gewährleistet, dass sich die oben erwähnte Schwierigkeit anpassen würde, so dass weiterhin alle 10 Minuten Blöcke erzeugt werden. Der Stromverbrauch der Miner ist aber tatsächlich auf lange Sicht ein Problem , da die Menge der Bitcoins auf circa 21 Mio. begrenzt sind. Die zugrunde liegende Blockchain ist jedoch auf das Mining angewiesen, da weiter Transaktionen bestätigt werden müssen.

Sollten die Miner keine Belohnung mehr bekommen, ist es fraglich, ob diese das Netzwerk weiter am Leben erhalten, es sei denn die Kosten zur Erzeugung eines Blocks sind deutlich günstiger sind und die Gebühren als Belohnung ausreichend.

Um das näher zu betrachten, sollte man sich überlegen, wie man Bitcoins kategorisieren und bewerten kann. Einerseits weisen Bitcoins die klassischen Merkmale einer Währung auf, andererseits sind sie begrenzt und müssen „erzeugt“ werden. Man kann also auch eine Ähnlichkeit zu Rohstoffen ziehen.

Bei der Bewertung von Rohstoffen muss man zur Bewertung die Produktionsgrenzkosten heranziehen. Dies kann man auch im Falle der Bitcoins machen.

Produktionsgrenzkosten bei Bitcoin

Die Produktionsgrenzkosten beschreiben, welche Kosten bei der Herstellung einer zusätzlichen Einheit aufkommen.

Bei Bitcoins ist die maximale Anzahl festgelegt und wird wohl um das Jahr 2130 erreicht sein. Wobei man davon ausgeht, dass aufgrund der zugrundeliegenden Halbierung der Bitcoin Ausschüttung an die Miner, nach einer bestimmten Anzahl an Blöcken, 99% der Bitcoins bereits um das Jahr 2030 vorhanden sein sollten.

Um die Grenzkosten von Bitcoin zu berechnen benötigt man die Mining-Geschwindigkeit, welche selbst wiederum anhand der sogenannten Bitcoin-Hash-Rate gemessen werden kann und den Stromverbrauch bestimmt. Daneben sind natürlich die Stromkosten und Anschaffungskosten der Hardware relevant.

Der aktuelle Verbrauch wird, wie beschrieben auf 79 Mio. KWh pro Tag geschätzt (was einen Verbrauch von 29 TWh pro Jahr entspricht).

In China beträgt der Strompreis circa 0,1€ / kWh und in Europa im Schnitt 0,21€/kWh.

Legt man den chinesischen Preis zugrunde, so kommt man auf tägliche Stromkosten von circa 7,9 Mio. Euro.

Da pro Tag im Schnitt 144 neue Blöcke errechnet werden (alle 10 Minuten ein Block), ergibt sich eine Bitcoinanzahl von 1800 Bitcoins pro Tag.

Der Preis für einen Bitcoin beläuft sich somit auf circa 4.400 Euro. Rechnet man nun die Anschaffungskosten für die Hardware  inkl. einem Austausch nach spätestens zwei Jahren hinzu, so kommt man auf circa 5.600 Euro.[1]

Aufgrund der Anpassung der Mining Schwierigkeit erhöht sich über die Zeit auch der Stromverbrauch und mit der nächsten Halbierung auf 6,25 Bitcoins als Belohung für einen Block steigen die Grenzkosten nocheinmal massiv an. (Würde die Halbierung heute stattfinden, wären die Grenzkosten exkl. Hardware bei 8.800 Euro)

Hinweis: Die Rechenleistung wächst, ebenso wie die Hash-Rate expoentiell an, daher entsteht eine lineare Vergütung an Bitcoins. Die Halbierung der Vergütung sorgt also dafür, dass die Grenzkosten ansteigen müssen.

Dies ist natürlich nur ein Ansatz, um einen Wert zu errechnen. Jedoch: Die Kosten werden weiter ansteigen und somit kann es für die Miner immer unattraktiver werden aktiv am Netzwerk teilzunehmen. Spätestens, wenn den Kosten kein Umsatz im Sinne von Bitcoins als Belohnung gegenübersteht. Die Rechenleistung und der Stromverbrauch der Hardware müsste sich bis dahin enorm weiterentwickelt haben.

Weiteres Problem

Neben den Kosten stellt die Volatilität, also die Kursschwankungen ein zentrales Problem dar. Denn je volatiler eine Währung ist, desto weniger wird sie als Zahlungsmittel akzeptiert. Daher sind Kryptowährungen zurzeit reine Spekulationsobjekte.

Welche Chancen bieten sich?

Wie Du siehst gibt es einige Probleme mit Bitcoin als Währung. Andere Ideen, wie sie zum Beispiel Ripple, Ethereum oder IOTA verfolgen, haben die dahinterliegende Technologie weiterentwickelt und sich den Problemen angenommen.

Aktuell werden diese Coins unter dem Begriff Altcoins zusammengefasst. Genau hier besteht die Chance. Langfristig können sich Weiterentwicklungen der Bitcoin-Blockchain durchsetzen und darauf basierend, praktische Anwendungen entwickelt werden, die weit über eine reine Währung hinausgehen.

In diesem Beitrag habe ich dir Ethereum vorgestellt und gezeigt, welche Anwendungsmöglichkeiten aktuell erarbeitet werden.

Fazit

Man kann diese Entwicklung mit der Einführung der ersten PCs oder des Internets vergleichen. Keiner beschäftigt sich heute noch mit der ersten Generation dieser beiden Erfindungen, dennoch waren sie enorm wichtig für die Entwicklung der folgenden Jahre. Anfang der 70er Jahre kannte keiner Google oder Facebook, da diese Unternehmen nicht existierten und heute kommt kaum einer um diese beiden Giganten herum.

Ähnlich kann es sich mit der neuen Technologie hinter Bitcoin & Co. verhalten. Es bleibt spannend welche Geschäftsmodelle sich in Zukunft daraus entwickeln können. Ob sich aus einem der Coins eine neue Währung ergibt, die weltweit anerkannt wird bleibt abzuwarten. Schließlich muss das Vertrauen in die Stabilität der Währung gewonnen werden und aktuell liefern dieses Vertrauen nur die Zentralbanken. Genau diese werden aber nicht mehr benötigt bei Kryptowährungen.

[1] Nach dem aktuellen Wechselkurs von 1 Euro = 1,2218 Dollar


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