ICO – Initial Coin Offering

Update: Die Finanzaufsichtsbehörde der USA (SEC) hat nun vor ICOs offiziell gewarnt. Diese neue Anlageklasse der Tokens kann gegen das Bundeswertpapiergesetz verstoßen. Zudem bieten sich große Betrugsmöglichkeiten. Es wurde auch erstmals ein ICO von der Behörde gestoppt und Anklage gegen eine Organisation wegen eines Token-Sales Betrugs erhoben.

Die Welt spielt verrückt – Kryptowährungen erzielen in diesem Jahr Renditen jenseits der 1000%. Kein Wunder, dass da immer wieder neue Methoden und Möglichkeiten mit und um diese Währungen und der zugrunde liegenden Blockchain Technologie erfunden werden.

Die neue Form des Crowdfunding ist aktuell in aller Munde: ICO (Initial Coin Offering).
Die durch diese Finanzierungsart eingesammelten Summen sind schwindelerregend und Start-Ups wie FileCoin hat mit 257 Mio. US-Dollar über Nacht einen neuen ICO Rekord über Nacht eingestellt.

“Releasing tokens allows any business to implement their own internal digital currency, using blockchain for crowdfunding or to pay for goods and services within their projects.” – wavesplatform.com


Was ist das eigentlich?

ICO klingt sehr nach IPO.  Im Prinzip sind sich beide Möglichkeiten der Finanzierung sehr nahe und doch extrem weit voneinander entfernt.

Bei einem IPO erwirbt man als Anleger einen Anteil eines Unternehmens. Hier in Form von Aktien. IPOs sind streng reguliert und so ein Börsengang wird von einer Vielzahl an Beratern und Banken begleitet, um alle strengen Vorgaben zu erfüllen, die dem Anlegerschutz dienen.

Bei einem ICO hingegen wird ein virtueller Token/Coin gegen z.B. Bitcoin oder Ether getauscht. Dabei können die Anbieter neuer Tokens mittlerweile aus mehr als 1.000 Crypto Coins wählen und selbst entscheiden, welche sie als Tauschmittel gegen deren Tokens akzeptieren. Begrifflich muss man genau sein: Es sind die Crypto Währungen (Coins) wie Bitcoin und Ether zu unterscheiden von den Tokens. Denn diese sind mit speziellen Rechten ausgestattet und werden von dem zu finanzierenden Unternehmen ausgegeben. Es wird also meist ein Anteil am Unternehmen in Form von Tokens erworben. Alternativ kann der Gegenwert der Tokens auch eine Software-Lizens oder eine Art Währung sein.

Für ICOs gibt es keinerlei Vorgaben und die Emission solcher „Anteile“ kann vom Unternehmen beliebig ausgestaltet werden.

Ist das jetzt etwas für mein Start-Up?

ICOs können unter der Art Crowdfunding einsortiert werden und sollten auch so betrachtet werden. Anleger ist es zu raten, das Investment eher als Spende zu sehen anstatt auf nachhaltige Wertsteigerungen  zu hoffen. Zu hoch ist das Risiko des Scheiterns des (meistens noch sehr jungen) Unternehmens.

Bietet ein Start-Up für ein spezifisches Problem eine Blockchain Lösung an, so können diese Unternehmen sehr einfach einen ICO aufsetzen und Investoren an dem Unternehmen über die Ausgabe von Tokens teilhaben lassen.

Fazit:

Der Reiz des schnellen Geldes, sowie die einfache Ausgabe dieser Tokens macht die Finanzierungsform zu einer der heißesten und auch gefährlichsten am Markt. Sollte man als deutsches High-Tech Start-Up tatsächlich über so eine Finanzierung nachdenken, empfiehlt es sich unbedingt das Gespräch mit der BaFin zu suchen . Rechtlich ist es in Deutschland leider nicht ganz so einfach, wie in den USA.

Der vermeintliche einfache und kurze Weg zur schnellen Finanzierung ist damit auch nicht mehr gegeben. Traditionelle Finanzierungsformen wie Business Angels und VCs liefern oftmals durch deren Netzwerk oder unternehmerisches Wissen einen Mehrwert der für die meisten nur schwer in Geld zu beziffern ist.


1 Kommentar

Ethereum kann die Welt verändern - ​Crowdfunding. Venture Capital. Fremdkapital. und mehr. · 13. Januar 2018 um 13:10

[…] Der bisher am meisten genutzte Use Case auf Basis von Ethereum sind ICOs, über die ich auch in diesem Beitrag schon geschrieben habe. Im Prinzip kann damit jedes Start-Up sein eigenes Crowdfunding betreiben, […]

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