Im zweiten Teil meiner Serie, möchte ich Dir zeigen, wie Du Deinen Business Plan gestaltest. Der Business Plan stellt dabei die Entscheidungsgrundlage dar, auf Basis dessen Du Fremdkapital erhältst. Sei es von der Bank direkt oder von einem öffentlichen Förderinstitut (z.B. KfW).

Im Internet gibt es viele Vorlagen, wie ein Business Plan aussehen soll, doch jeder Kapitalgeber hat andere Ansprüche an einen Business Plan. Risikokapitalgeber wie Business Angels oder Venture Capital Fonds haben andere Erwartungen, als eine Bank. Daher solltest Du Deinen Business Plan adressatengerecht gestalten und je nach Kapitalgeber, die Schwerpunkte besonders gut herausarbeiten.

Der Aufbau des Business Plans

  1. Executive Summary
  2. Unternehmensorganisation und Rechtsform
  3. Geschäftsidee / Produkt, Dienstleistung
  4. Branchenanalyse
  5. Marketing und Vertriebsmaßnahmen
  6. Praktische Umsetzung
  7. Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung
  8. Investitionsplanung
  9. Chancen und Risiken

Die fett markierten Punkte sind dabei nach meiner Erfahrung die Punkte, auf die vermehrt wert gelegt wird. Das heißt nicht, dass alle anderen Bausteine nicht weniger relevant sind. Aber kleine Fehler werden hier eher verziehen 🙂

Executive Summary

Schreibe die Zusammenfassung ganz am Ende, so dass Du hier keine wichtigen Punkt auslässt. Jeder, der Deinen Business Plan in die Hand bekommt, wird sich zuerst die Zusammenfassung durchlesen und anhand dessen entscheiden, ob er weiter liest. Beachte, dass die Zusammenfassung nicht länger als 1 – 1,5 Seiten sein sollte. Bleibe immer sachlich bei den Ausführungen. Emotionale Äußerungen gehören nicht in einen Business Plan.

Unternehmensorganisation und Rechtsform

Ganz viele Gründer vergessen zu erklären welche Rechtsform sie für ihr Vorhaben wählen und warum. Dabei kann das entscheidende Auswirkungen auf die Entscheidung haben. Möchtest Du z.B. ein kleines Café eröffnen und wählt als Rechtsform eine Kapitalgesellschaft, wird dies erst einmal für Verwunderung sorgen. Erkundigt euch darüber, welche Rechtsform für euer Vorhaben sinnvoll und branchenüblich ist.

Geschäftsidee

Hier geht es darum, dass Du die wichtigsten Punkte zu Deiner Geschäftsidee verständlich herausarbeitest. Beachte, dass Du Fachbegriffe erläuterst. Erläutere genau Deinen Kundennutzen und vergleiche Dein Angebot mit Wettbewerbern. Beschreibe auch unbedingt, welche Bedürfnisse Deine Kunden haben. Solltest Du auf dein Produkt / Dienstleistung ein Patent oder einen anderen Schutz angemeldet haben, erläutere das hier ebenfalls. Gehe auch auf Deine Herstellungskosten (wenn du dein Produkt selbst herstellst, ansonsten die Kosten des Einkaufs) ein. Mache Dir Gedanken zu Weiterentwicklungen des Produkts, Wartung und zusätzlichen Services.

Branche

Starte Deine Branchenanalyse mit aktuellen Trends oder Innovationen. Möchtest Du zum Beispiel ein Fitnessstudio eröffnen, erläutere den Trend zu gesunder Lebensweise, der aktuell in der Gesellschaft zu vernehmen ist. Belege dies dann mit Zahlen: Grundumsatz, Preise, Kosten, Renditen, usw. Versuche in Erfahrung zu bekommen, ob der Markt weiter wächst oder sogar schon zurückgeht. All dies fließt später in Deine Überlegungen ein, wie Du Deinen Umsatz über die Jahre errechnen wirst. Bleibe hier Transparent und halte Dich an die Fakten. Meist haben die Banken mehrere Kunden aus derselben Branche und können somit Deine Annahmen sehr leicht verifizieren.

Sollten z.B. rechtliche Hürden den Markteintritt erschweren, solltest Du dies hier ebenfalls erläutern. Am besten Du hast sogar schon eine Strategie parat, wie Du diese Hürde überwindest.

Ermittle auch die mögliche Kundenanzahl in diesem Markt und gebe eine Einschätzung darüber ab, wie viele Kunden Du erreichen kannst im ersten bis zum dritten Jahr.

Marketing / Vertrieb

Dies ist ein häufig unterschätzter Punkt. Überlege, welche Werbung deine Zielgruppe anspricht und warum. Gründest Du ein Unternehmen, das als Zielgruppe Senioren hat, so wirst Du mit Twitter und Snapchat nicht den nötigen Erfolg herbeiführen können… Sei zielgruppenorientiert und stelle ein stimmiges Konzept zusammen.

Praktische Umsetzung

Der Leser von Deinem Business Plan kennt nun also Deine Idee und weiß, wie Du vorhast das Ganze zu Vermarkten. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen zu zeigen, was Du schon alles erreicht hast. Je weiter Du in der Umsetzung bist, desto glaubwürdiger kommt Deine Anfrage nach Kapital rüber. Für die Bank reicht es im Normalfall aus, wenn Du dies in ein paar Sätzen darlegst.

Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung

Auf diesen Punkt möchte ich besonders eingehen, da hier immer wieder große Fehler passieren und am Ende der Kreditantrag daran scheitert. Dein Business Plan kann noch so gut sein, am Ende des Tages wird der Bankberater am meisten Zeit mit der Analyse deiner Planzahlen verbringen.  Hier sollst Du zeigen, dass dein Vorhaben wirtschaftliche rentabel ist und alles auf nachvollziehbaren und plausiblen Annahmen basiert. Geb dem Bankberater das Gefühl, dass du alles verstanden hast und er dir ohne Probleme Geld geben kann, in dem Wissen, dass seine Bank es zurück erhält.

In der Liquiditätsplanung, siehst Du auf Monats Basis, wie viel Kapital Du wann benötigst. Stelle diese Planung für mindestens 12 Monate, besser aber 24 Monate auf. Du musst sicherstellen, dass dein Unternehmen zu jedem Zeitpunkt liquide bleibt. Plane in der Markteintrittsphase weniger Umsätze ein, dafür aber höhere Marketingausgaben und eventuell sogar Kreditlinien bei der Bank. Informiere Dich, wann Du Steuerzahlungen an das Finanzamt abführen musst (die können da ganz schön ungemütlich werden) und beachte mögliche Verzögerungen in den Zahlungseingängen von Kunden. (30 Tage Zahlungsfristen etc.)

Auf Basis der geschätzten Umsätze und Kosten in der Liquiditätsplanung, kannst Du nun Deine Jahresplanung aufstellen. Für den Leser soll auf den ersten Blick ersichtlich werden, dass sich dein Vorhaben trägt und Du auch die Zins- und Tilgungsleistungen an die Bank bedienen kannst. Weiterhin musst Du unbedingt Deine Lebenshaltungskosten kalkulieren und darlegen, dass auch diese gedeckt sind.

Wichtig: Erkläre sehr genau, warum Du die einzelnen Umsätze und Kosten so annimmst.

Investitionsplanung

Jetzt ist es soweit, dass du deinen Kapitalbedarf berechnest. Viele Gründer mit denen ich bisher zu tun hatte, fangen mit diesem Punkt an. Ich möchte Dir ein Beispiel geben, warum das zu Problemen führen kann.

Ein Team möchte ein Produkt herstellen und benötigt 100.000 Euro für eine Maschine. Dies ist der einzige Punkt in deren Investitionsplanung. Bei genauerer Analyse der Liquiditätsplanung fällt dem Bankberater jedoch auf, dass es unter dem Jahr zu negativen Kontoständen kommen kann, wenn sich der Umsatz nicht 1:1 wie geplant entwickelt. Damit das Unternehmen nicht ohne Liquidität dar steht wird ein Kontokorrentkredit in Höhe von 20.000 Euro benötigt. Aufgrund dessen erhöhen sich der Investitionsbedarf und auch die Zinsleistungen, was nun zu einer neuen Rentabilitätsplanung führt.

Diese Probleme vermeidest Du, wenn du die Investitionsplanung erst am Schluss angehst.

Chancen und Risiken

Dieser Punkt rundet Deinen Business Plan ab. Er ist nicht zwingend notwendig, schafft aber dem Leser einen guten Überblick darüber mit welchen Problemen Du rechnest und wie Du damit umgehen willst.

Hast Du Fragen zu bestimmten Punkten? Kontaktiere mich und ich helfe Dir gerne dabei, Deinen Business Pan zu optimieren.

Teil 1 der Serie findest du hier

Welche Fördermittel für Dich in Frage kommen findest du hier.

Kategorien: Start-Up!

3 Kommentare

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Startup Monitor 2017 - ​Crowdfunding. Venture Capital. Fremdkapital. und mehr. · 4. Januar 2018 um 13:01

[…] „Wie du den richtigen Business Plan schreibst, um selbst an staatliche Fördermittel zu kommen, erfährst du hier“ […]

Interview: Von 30.000 Euro auf 100.000 Euro mit einem Gründerkredit - ​Crowdfunding. Venture Capital. Fremdkapital. und mehr. · 9. Januar 2018 um 21:52

[…] darüber nachdenkst, dein Unternehmen mit Fremdkapital zu mehr Wachstum zu verhelfen, schaue dir hier meine Tipps zum schreiben eines Businessplans […]

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